Wissenswertes

Munition & Co.

Hier haben wir ein paar nützliche Informationen rund um das "Verbrauchsmaterial" der Sportschützen zusammengestellt.

Mündungsgeschwindigkeit v0

Die Geschwindigkeit, mit der das Projektil beim Schuss den Lauf verlässt, ist ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Patronensorte eines bestimmten Kalibers. Sie ist im Wesentlichen von der Menge der Treibladung, deren Abbrandgeschwindigkeit, der Geschossmasse und der Lauflänge abhängig.

 

Masse (m) und Geschwindigkeit (v) bestimmen die kinetische Energie (E) nach der Formel:

E = 1/2 m v2

 

Dies verdeutlicht, dass eine höhere Geschwindigkeit einen weitaus stärkeren Einfluss auf die Energie des Geschosses hat als eine höhere Masse. Es bedarf aber auch einer viel höheren Explosivkraft der Ladung, um bei gleicher Masse eine signifikant höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Umgekehrt führt bei gleicher Ladung eine geringere Masse ebenfalls zu einer höheren Geschwindigkeit.

 

Für den Sportschützen ist es wichtig zu wissen, dass eine höhere Geschwindigkeit zu einer gestreckteren Flugbahn führt und somit die Treffsicherheit erhöht. Die Winddrift und die Gefahr des Verkantens sind entsprechend geringer. Ohne Änderung des Haltepunktes kommt es allerdings zu einem Hochschuss und eine höhere Energie macht sich in einem stärkeren Rückstoß bemerkbar. In den Schnellfeuer-Disziplinen werden deshalb eher schwächere Ladungen bevorzugt. Will man darauf unmittelbaren Einfluss nehmen, schließt man sich am besten der Gilde der "Wiederlader" an.

 

Wichtig ist auch der Bezug der Geschossgeschwindigkeit zur Schallgeschwindigkeit, die sich mit der Umgebungstemperatur der Luft ändert (s. Bild).

Während davon auszugehen ist, dass die Geschossgeschwindigkeit bei Langwaffen stets über der Schallgeschwindigkeit liegt, liegt sie bei Kurzwaffen genau in diesem Bereich. Unterschiedliche Ladungen bzw. Geschwindigkeiten lassen sich anhand der zusätzlichen Bezeichnung der Patronen unterscheiden. Speziell beim Kleinkaliber werden Patronen für Normalgeschwindigkeit (Standard Velocity), Überschall- bzw. hohe Geschwindigkeit (High Velocity) und Unterschall-Geschwindigkeit (Subsonic) angeboten. Beim Großkaliber sind stärkere Ladungen z.B. am Zusatz 'P+' oder '+P+' zu erkennen.

 

Unterschallpatronen sind besonders für Waffen mit Schalldämpfer interessant, da hier kein Geschossknall auftritt und sich der Mündungsknall deutlich reduzieren lässt.

 

HV-Patronen haben die oben genannten Vorteile und sind für längere Läufe die bessere Wahl. Sie sind für Kurzwaffen aber eher nicht zu empfehlen, da der Großteil der stärkeren Ladung nicht im Lauf abbrennt. Statt dessen entsteht ein stärkeres Mündungsfeuer mit deutlich lauterem Knall, was zu höherer Streuung, aber nicht zu höherer Geschwindigkeit führt.

 

Jeweils passende Patronen für Kurz- oder Langwaffen unterscheiden sind standardmäßig deutlich in ihrer Hülsen- und Geschossform sowie in ihrer Laborierung, optimiert auf die Lauflänge und vorgesehene Zielentfernung (Innen- und Außenballistik). Kaum eine Patrone eignet sich für beides. Allerdings gibt es auch Langwaffen, wie beim Westernschießen oder bei einigen Zivil- und Polizeiwaffen, bei denen Kurzwaffenpatronen auch aus längeren Läufen verschossen werden. Dies erhöht die Treffsicherheit, aber kaum die Reichweite.

 

Bei der im Schießsport am meisten verwendeten KK-Patrone ist es jedoch genau umgekehrt. Die .22 lr bzw. .22 lfB wurde mit progressiver Ladung speziell für lange Läufe entwickelt, hat sich aber auch in den Kurzwaffendisziplinen durchgesetzt. Hier kommt es bei falscher Wahl zu den meisten Problemen. Selbst SV-Patronen 'verpuffen' oft unregelmäßig. Sog. Ausreißer sind die Folge. Mitunter reicht dann der wirksame Gasdruck nicht mehr zum sauberen Repetieren von Selbstladern aus. Für halbautomatische Kurzwaffen im Kaliber .22 lr bieten deshalb viele Hersteller offensivere Laborierungen mit der Zusatzbezeichnung 'Pistol' an. Auch Patronen mit der Zusatzbezeichnung 'Semi Auto' erweisen sich oft als eher geeignet.

 

Mit diesem Grundwissen sollte jeder Schütze das Optimum an Funktionssicherheit und Präzision für seine Waffe(n) und Disziplin(en) durch Tests selbst ermitteln.

Pulver- und Geschossgewichte

Gewichte werden durch die amerikanische Präsens meist in Grain statt in Gramm angegeben.

 

Die Tabelle zeigt den Umrechnungsfaktor sowie typische Angaben in beiden Maßeinheiten.

Geschossarten

Auch bei den Geschossarten bzw. Projektilformen dominieren die englischen Abkürzungen. Ein paar wichtige sollen hier genannt und kurz beschrieben werden.

Munitionsdaten

Die folgenden drei Tabellen zeigen die grundsätzlichen Daten der wichtigsten Patronensorten für das Sportschießen.

Verfügbare Munition

Die folgenden Tabellen zeigen die Herstellerdaten der am Markt verfügbaren gängigen Patronensorten für Großkaliber-Kurzwaffen mit Angabe der vorgesehenen Verwendung.

P. K.